Häufige Fragen

Sind Sie mit 32 Jahren nicht zu jung für das Amt des Bürgermeisters?

Im Gegensatz zu den anderen Kandidaten habe ich ein abgeschlossenes Politik- und Verwaltungsstudium mit dem Schwerpunkt Kommunales und arbeite im Bereich der Kommunalpolitik im Deutschen Bundestag. Anders als zum Beispiel der Amtsinhaber, bin ich schon rund zehn Jahre Mitglied der Gemeindevertretung von Wustermark und rund acht Jahre im Kreistag Havelland. Diese Perspektive und diese Erfahrungen fehlen zum Beispiel auch der Kandidatin der Grünen.
 

Beispiele für junge Amtsträger:

  • In Forst (mehr als 18.500 Einwohner*innen) wurde 2015 ein Bürgermeister mit 25 Jahren gewählt.
  • In Lisberg (mehr als 1700 Einwohner*innen) ist 2014 ein Bürgermeister mit 22 Jahren gewählt.
  • In Bad Rodach (über 6.300 Einwohner*innen) ist 2012 ein Bürgermeister mit 25 Jahren gewählt worden.
  • Der Bundeskanzler von Österreich ist übrigens ein Jahr jünger als ich.
  • Der Französische Präsident ist erst 39 Jahre alt.
  • Die beiden Staatsoberhäupter von San Marino sind 32 und 39 Jahre alt.
Sie arbeiten fast 12 Jahre im Deutschen Bundestag. Vielleicht wissen Sie gar nicht mehr, was eine Verkäuferin für Probleme hat!?

In der Schulzeit habe ich als Lagerist schwere Akkordarbeit gemacht. Später habe ich mehrere Jahre in Dallgow und Elstal gekellnert. Während meines Zivildienstes in einem Elstaler Kindergarten habe ich, zum Erstaunen aller, ein freiwilliges Praktikum im Landtag Brandenburg gemacht und dafür auch meinen Urlaub genutzt. Und während meiner regulären Arbeit als Student habe ich ein freiwilliges Jahrespraktikum in einer Wohnungsverwaltung gemacht.

Ich habe mich nie vor Arbeit gedrückt und denke, die Probleme von Arbeitnehmer*innen außerhalb des Bundestages zu kennen. Im Bundestag bin ich auch nur Arbeitnehmer, mit den gleichen Rechten und Pflichten wie in anderen Betrieben auch.

Durch meine kommunalgesellschaftliche Arbeit denke ich, die Probleme von sehr vielen unterschiedlich tätigen Arbeitnehmer*innen kennen und einschätzen gelernt zu haben.

Was heißt für Sie "Wirtschaftsförderung" in Wustermark?

Wirtschaftsförderung in Wustermark, das heißt für mich eine bessere Auslastung des GVZs zu erreichen, dezentrale Gewerbeflächen für Kleingewerbetreibende zu schaffen und regionale Wirtschaftskreisläufe aufzubauen und zu fördern. Das heißt für mich aber auch, durch die wirtschaftliche Betätigung von Wustermark als Kommune, Finanzmittel nicht abfließen zu lassen, sondern in der Gemeinde zu halten und dadurch eine verstärkte Identifizierung der Einwohner*innen mit der Wirtschaft vor Ort zu erreichen und ein Steuerungsinstrument zu haben. Die wirtschaftliche Betätigung muss private Interessenten dabei nicht ausschließen. Wirtschaftsförderung heißt für mich außerdem, gezielt Fördermitteln abzurufen und interkommunale Zusammenarbeit zu fördern. 

Wie sollen die Einrichtungen Schule und Kitas in der Gemeinde Wustermark in der Perspektive gesichert oder ausgebaut werden?

Schulen und Kitas müssen dem Bedarf angepasst gebaut und erweitert werden. Um alle Möglichkeiten von Fördermitteln dafür muss sich beworben werden. Es muss Anliegen der Gemeinde sein, die Qualität der Einrichtungen zu verbessern und auf einem hohen Niveau zu halten. Die beste Perspektive zur Sicherung und für den Ausbau von Schulen und Kitas in Wustermark, ist eine gute Familienpolitik und eine kinder- und familienfreundliche Gemeinde. 

Die Betreuungssituation in den Kitas ist hinsichtlich des Platzangebotes sehr angespannt, vor allem aber fehlt es an Kita-Personal. Wie sieht Ihr Plan aus, hier kurzfristig eine Verbesserung für die Eltern zu erreichen?

Um die Personalsituation in den Kitas von Wustermark kurzfristig zu verbessern, würde ich 
 

  1. nur noch Arbeitsverträge mit 39 Stunden anbieten, 
  2. in den einschlägigen pädagogischen Zeitschriften der Region Anzeigen schalten, 
  3. Anreize (z.B. Wohnraum, Umzugshilfen, ÖPNV-Ticket) schaffen, 
  4. mit den Ausbildungseinrichtungen in Potsdam und Berlin-Charlottenburg Kontakt aufnehmen, um Absolvent*innen direkt für eine Tätigkeit in Wustermark zu begeistern, 
  5. einen Pool an fachverwandtem Personal (zum Beispiel mit Kinderkrankenschwestern) zur Unterstützung schaffen, 
  6. unter bestimmten Voraussetzungen in Zusammenarbeit mit den Arbeitsagenturen die Ausbildung für Umschüler*innen bezahlen,
  7. mich weiterhin dafür einsetzen, dass die Ausbildungskosten für Erzieher*innen vom Land übernommen werden und
  8. versuchen, in Wustermark lebende fachverwandt ausgebildete Menschen oder ausgebildete Pädagog*innen für eine Tätigkeit in den Kitas von Wustermark zu gewinnen, auch wenn sie schon Rentner sind. Diese gibt es nämlich. Sie werden nur nicht gefragt.
Das gemeindliche Leben wird durch das zahlreiche Engagement von Einwohner*innen bereichert. Wie wollen Sie dieses Engagement in den nächsten acht Jahren unterstützen und fördern?

Menschen, die länger als fünf Jahre und mind. 200 Stunden (Orientierung an Richtlinien des Landes Brandenburg) im Jahr ehrenamtlich in Wustermark tätig sind und wenigstens zwei mind. ebenso lange tätige Bürgen haben, sollten mit einer personengebundenen Ehrenamtskarte mit teilweise finanziertem ABC-Ticket unterstützt werden. Ehrenamtliche, die eine pauschale Aufwandsentschädigung bekommen, zum Beispiel Gemeindeverteter*innen, sind davon ausgenommen.

Weshalb sollte ein parteipolitisch unabhängiger Mensch ausgerechnet Sie bei der Wahl zum Bürgermeister unterstützen?
  • Mein Programm ist durch und durch pragmatisch. 
  • Im Gegensatz zu anderen Mitgliedern in der Gemeindevertretung, die nur meckern, unterbreite ich immer auch Alternativ- oder Kompromissvorschläge. 
  • Außerdem denke ich, dass ich eine sehr klare und realistische Vorstellung für die Zukunft von Wustermark habe. 
  • Im Gegensatz zu vielen anderen Kommunalpolitiker*innen lebe ich die Transparenz, die ich von anderen einfordere. 
  • Bisher habe ich allen meiner Meinung nach guten Anträgen in der Gemeindevertretung zugestimmt, egal von welcher Fraktion sie kamen. Für mich kommt es auf den Inhalt an, nicht auf den Einreicher. 
Wustermark geht es doch gut, warum sollte Holger Schreiber nicht weiter Bürgermeister bleiben?

Ich bin davon überzeugt, dass die Einwohner*innen Holger Schreiber zur letzten Bürgermeisterwahl nicht gewählt haben, weil er so ein gutes oder fachkundiges Profil hat, sondern weil sie Bernd Drees nicht mehr gut fanden. 

Außerdem bin ich davon überzeugt, dass die gute wirtschaftliche Situation Wustermarks nicht auf das Können von Holger Schreiber zurückzuführen ist, sondern auf schwierige Entscheidungen, die vor allem WWG und Linke vor der Amtszeit Schreibers getroffen haben, und aufgrund der allgemeinen guten Wirtschaftslage in Deutschland. Mittlerweile können wir uns die Investoren aussuchen, weil Wustermark zu einem begehrten Wirtschaftsstandort geworden ist. Auf den Lorbeeren ausruhen wird Wustermark nicht für die Zukunft fit machen. Ich möchte Wustermark mit den Gemeindevertretern aktiv gestalten und für schlechtere Zeiten wappnen.

Warum waren Sie damals für das Gaskraftwerk?

Die damaligen Rahmenbedingungen waren einfach ganz andere, sehr viel schlechtere als heute. Gemessen daran haben wir damals eine für mich nachvollziehbare Entscheidung getroffen. 

Heute würde ich solch eine Entscheidung nicht mehr treffen und auch die Art der Auseinandersetzung ganz anders führen. Heute bin ich froh, dass das Kraftwerk nicht gebaut wurde.

Mit einer Mär muss ich aber brechen: Es war nicht die Stimme von Holger Schreiber, die das Gaskraftwerk verhindert hatte. Und das kann ich auch beweisen. Es war die Stimme eines anderen Gemeindevertreters.